pragmaticBIM-Referenz

Rahmenbedingungen

Rahmenbedingungen sind Projektentscheide, die vor der Planung feststehen müssen. Jede Rahmenbedingung hat Varianten, und je nach Variante werden bestimmte Anwendungsfälle aktiviert.

Projektübergreifende Rahmenbedingungen

  • PG-06Umgang mit Bestand

    Festgelegt wird, welche Bestandsgrundlagen beschafft werden: nur Lagebezug und Gelände, zusätzlich Gebäudekörper und Rohbau oder Rohbau, Ausbau und TGA. Die Bestellung definiert das erwartete Ergebnis und begrenzt Aufnahme und Modellierung auf den projektrelevanten Umfang.

  • PG-02Nutzung & Ausbaustandard

    Festgelegt wird, welche Nutzungen das Gebäude aufnimmt und welcher Ausbaustandard für welche Räume gilt. Diese Festlegung ist die Grundlage, um Räume entsprechend ihrer Nutzung zu planen und die vereinbarten Anforderungen nachvollziehbar zu prüfen.

  • PG-39Hindernisfreiheit

    Festgelegt wird, wie weit das Gebäude über das gesetzliche Minimum nach SIA 500 hinaus hindernisfrei ist: anpassbar oder durchgehend rollstuhlgerecht. Die Festlegung bestimmt Türen, Räume und Erschliessung.

  • PG-37Raumklima

    Festgelegt wird, ob Räume nur beheizt, zusätzlich gekühlt oder in Temperatur und Feuchte geregelt werden. Die Festlegung bestimmt die Raumtypen mit ihren Sollwerten und die Gebäudetechnik.

  • PG-34Energiestandard

    Festgelegt wird, ob das Gebäude das gesetzliche Minimum erfüllt oder einen Standard wie Minergie, Minergie-P oder Minergie-A erreicht. Der Standard bestimmt Aussenwände, Dächer, Fenster und die Luftdichtheit der Gebäudehülle.

  • PG-35Treibhausgasziel

    Festgelegt wird der Grenzwert für graue Energie und Treibhausgasemissionen aus der Erstellung, getrennt von der Betriebsenergie. Das Ziel bestimmt die Materialwahl aller Bauteiltypen.

  • PG-38Schallschutz

    Festgelegt wird, ob die Mindestanforderungen nach SIA 181 gelten oder erhöhte beziehungsweise besondere Anforderungen. Die Festlegung bestimmt Trennwände, Decken und Türen zwischen Wohnungen oder Nutzungseinheiten.

  • PG-33Erdbeben

    Festgelegt wird die Bauwerksklasse nach SIA 261 und, bei einem Umbau, wie weit das bestehende Tragwerk nach SIA 269/8 ertüchtigt wird. Die Festlegung ist vor allem dann zu treffen, wenn die Bauherrschaft sie einbringt oder über den Ertüchtigungsgrad entscheidet.

  • PG-11Bauweise & Vorfertigung

    Festgelegt wird, ob die Bauweise systemoffen bleibt, konventionell geplant wird oder auf einen hohen Vorfertigungsgrad in Holz, Stahl oder Beton ausgerichtet ist.

  • PG-12Sicherheit / kritische Infrastruktur

    Festgelegt wird, wie streng Informations- und Gebäudesicherheit wegen kritischer Infrastruktur gehandhabt werden: welche CDE zulässig ist und ob sicherheitskritische Bereiche sowie Gebäudesicherheitsmassnahmen modellbasiert geführt und geprüft werden müssen.

  • PG-08Vergabekonzept

    Festgelegt wird der Vergabeweg: Planerbeschaffung, Wettbewerb, Design-Build oder IPD. Jeder Weg stellt andere Anforderungen an Grundlagen, Modelle und Angebote.

  • PG-41Bauen unter Betrieb

    Festgelegt wird, ob das Gebäude während der Bauarbeiten genutzt wird. Die Festlegung bestimmt Etappierung, Provisorien und Baulogistik.

  • PG-04Bewirtschaftung

    Festgelegt wird, wer das Gebäude betreibt und mit welchen Systemen: ob der Betreiber Raum- und Anlagenlisten braucht, bewirtschaftete Objekte im 3D-Modell oder einen Import über COBie. Davon hängt ab, welche Informationen am Projektende übergeben werden müssen.

  • PG-15Umbauhäufigkeit

    Wie oft Räume, Geräte und Installationen umgebaut werden, entscheidet, wie aktuell die Bestandsdaten im Betrieb sein müssen. Je häufiger umgebaut wird, desto mehr Anwendungsfälle der Bewirtschaftung sind vorgewählt.

  • PG-18Ausbaustand bei Übergabe

    Der Ausbaustand bei Übergabe legt fest, wo der Grundausbau endet und der Mieterausbau beginnt. Davon hängen Kostenschnittstellen und die Gebäudetechnik je Mieteinheit ab.

Rahmenbedingungen einer Nutzung

USE-WHWohnen

USE-WRArbeit

USE-BIBildung

USE-VKVerkauf

USE-GAGastronomie

USE-BHBeherbergung

USE-VSVersammlung und Kultur

USE-HEGesundheit

USE-PRProduktion

USE-LOLager und Logistik

USE-SPSport

USE-LALabor und Forschung

USE-RZRechenzentrum

USE-VEPersonenverkehr

USE-PKParkierung

Weitere Rahmenbedingungen

PG-40Flexibilität / Nutzungsdauer

Festgelegt werden die geplante Nutzungsdauer und wie weit Tragwerk, Ausbau und Gebäudetechnik voneinander getrennt sind. Die Festlegung bestimmt Geschosshöhen, Tragraster und Installationszonen.

Ohne diese Festlegung werden Leitungen in tragende Bauteile eingelegt und Raster auf die erste Nutzung zugeschnitten. Eine spätere Umnutzung wird dann zum Rückbau.

Varianten

  • FLX-01Übliche Nutzungsdauer

    Nutzungsdauer nach üblichen Kennwerten, ohne besondere Anforderungen an die Trennung von Tragwerk, Ausbau und Gebäudetechnik.

  • FLX-02Systemtrennung

    Tragwerk, Ausbau und Gebäudetechnik sind getrennt, damit sie sich mit ihrer eigenen Lebensdauer ersetzen lassen. Installationszonen werden früh festgelegt und freigehalten.

  • FLX-03Hohe Nutzungsflexibilität

    Tragraster, Geschosshöhen und Installationszonen lassen andere Nutzungen ohne Eingriff ins Tragwerk zu. Installationswege werden für spätere Nutzungen mitgeprüft.

PG-36Zertifizierung

Festgelegt wird, ob das Gebäude ein Label wie Minergie-ECO, SNBS Hochbau oder DGNB/SGNI erhält. Das Label setzt Mindeststufen für Energiestandard, Treibhausgasziel und Schallschutz.

Diese Stufen lassen sich erhöhen, aber nicht unterschreiten.

Ohne diese Festlegung werden Energie-, Material- und Schallschutzziele einzeln vereinbart. Erst bei der Zertifizierung zeigt sich, dass eines davon die Labelanforderung nicht erfüllt.

Varianten

  • ZER-01Keine

    Das Gebäude wird nicht zertifiziert. Energiestandard, Treibhausgasziel und Schallschutz werden einzeln festgelegt.

  • ZER-02Minergie-ECO

    Minergie mit zusätzlichen Anforderungen an Gesundheit und Bauökologie. Setzt mindestens Minergie, den Richtwert SIA 390/1 und erhöhten Schallschutz.

  • ZER-03SNBS Hochbau

    Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz mit Kriterien zu Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Setzt mindestens den Richtwert SIA 390/1.

  • ZER-04DGNB/SGNI

    Internationales Nachhaltigkeitslabel in der Schweizer Fassung der SGNI. Setzt mindestens den Richtwert SIA 390/1.

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