Praxisbeispiel
Flughafen Zürich: Daten bestellen, die sich prüfen lassen
Vom Proof of Concept zur produktiven Anwendung. Wie der Flughafen Zürich seinen Elementplan von Excel in prüfbare Anforderungen überführt hat.
Veröffentlicht
Im Elementplan legt der Flughafen Zürich fest, welche Daten für welches Element geliefert werden müssen. Der Elementplan lag bisher in Excel vor. In einem Proof of Concept hat der Flughafen erprobt, seine Anforderungen wie Code zu behandeln, nachvollziehbar zu versionieren und Lieferungen automatisiert zu prüfen. Heute ist die Lösung in weiteren Tiefbauprojekten produktiv im Einsatz.
Datenprüfung
Automatisch in 10 Minuten
Vorher
Von Hand, mit Rückfragen
Im Einsatz
Produktiv in weiteren Tiefbauprojekten
Fallstudie als PDF herunterladen (4 Seiten)
Ausgangslage
2024 kam der Flughafen Zürich mit einer klaren Frage auf uns zu: Wie lässt sich sein Fachdatenkatalog so weiterentwickeln, dass Lieferungen automatisch geprüft werden können?
Die Basis dafür war gut. Der Katalog lag in Excel vor, war mit den Anforderungen des GIS abgestimmt und enthielt sauber definierte Wertebereiche. Was fehlte, war eine eindeutige Zuordnung der Anforderungen zu den einzelnen Elementen. Ohne diese Zuordnung lässt sich eine Lieferung nicht automatisch prüfen.
Geprüft wurde deshalb von Hand, mit vielen Rückfragen zwischen den Planern und der zuständigen GIS-Fachstelle.
«Entscheidend ist nicht die Datenmenge, sondern Struktur, Qualität und Nutzbarkeit.»
Fachspezialist GIS/BIM Datenmanager, Flughafen Zürich
«Der Schritt von Excel zu einer strukturierten Datenbank war herausfordernd, aber entscheidend.»
Senior Projektleiterin Tiefbau/BIM, Flughafen Zürich
Vorgehen: gemeinsam geklärt, was wirklich gebraucht wird
Wir haben den Elementplan nicht einfach in eine Datenbank übertragen. Parallel dazu wurde die Software weiterentwickelt. Beide Entwicklungen haben sich gegenseitig beeinflusst.
1. Von Excel in die Datenbank
Zuerst haben wir die bestehende Vorlage in eine Datenbank überführt. Damit wurde sichtbar, welche Anforderung an welchem Element hängt.
2. Workshops statt Annahmen
In den Workshops haben wir Anwendungsfälle definiert und bei jedem Element gefragt, was bei der Übergabe wirklich gebraucht wird. Dabei sind einige Elemente neu entstanden, und einige Attribute sind weggefallen.
Was entfallen ist
Ursprünglich hatte jedes Element dieselben sechs Attribute in einem FZAG-Pset. Die Workshops haben gezeigt, dass diese generische Vorgabe nicht sinnvoll ist: Manche Elemente brauchen diese Attribute gar nicht, andere brauchen mehr.
3. Anforderungen wie Code behandeln
Jede Änderung beginnt als Entwurf, wird geprüft und erst danach übernommen. So bleibt nachvollziehbar, wer was warum geändert hat. Die Vorlage bildet die klare Grundlage, aus der jedes Projekt seine eigene Bestellung ableitet. Wie das im Detail funktioniert, zeigt der Guide So funktioniert pragmaticBIM.
4. Eine Oberfläche für die Fachstelle
Die BIM-Fachstelle kann Projekte eigenständig anlegen und die Vorlage anpassen.
Stimme aus der Praxis
«Excel hat mir gesagt, was gefordert ist. Die IDS-Datei sagt mir, was noch fehlt.»
Projektleiter, KIBAG Bauleistungen AG · Infra
Aus der Praxis
Datentypen nachgerüstet
Eigentlich wollten wir keine Datentypen vorgeben. In der Praxis zeigte sich aber, dass nicht jedes Prüfwerkzeug ohne sie arbeiten kann. Deshalb haben wir sie ergänzt.
Ergebnis: prüfen vor der Abgabe, nicht danach
Vorher · manuell
Die Datenprüfung erfolgte manuell, mit zahlreichen Rückfragen zwischen den Planern und den zuständigen Fachstellen. Die vorhandene Datenstruktur unterstützte die fachliche Prüfung nur eingeschränkt.
Von Hand, mühsam
Heute · automatisch
Planer können ihre Lieferung vor der Abgabe selbst prüfen. Die Fachstellen plausibilisieren die Daten, bevor sie fachlich abgenommen und ins GIS übernommen werden.
10 Minuten automatisierte Datenprüfung
Aus Sicht des Flughafens ist der POC sehr positiv verlaufen. Die automatische Datenprüfung dauert rund 10 Minuten. Die fachliche Prüfung bleibt weiterhin erforderlich. Die strukturierte Datenprüfung unterstützt diesen Prozess.
Vom POC zur produktiven Anwendung
- Erprobt: Im ersten Projekt wurde die Lösung getestet und fachlich geprüft. Erkenntnisse und Verbesserungsvorschläge flossen in die Weiterentwicklung ein.
- Produktiv: In weiteren Tiefbauprojekten des Flughafens Zürich wird die Lösung regulär eingesetzt.
- Prüfbar: Jede Anforderung ist einem Element zugeordnet und lässt sich automatisiert prüfen.
- Nachvollziehbar: Jede Änderung ist versioniert. Projektbezogene Datenbestellungen entstehen aus einer klar definierten Vorlage.
Learning: wo die automatische Prüfung an Grenzen stösst
Ein Beispiel: Ist für das Attribut «hat Schachtleiter» der Wert «nein» hinterlegt, ist die Prüfung des Materials der Schachtleiter nicht relevant. Solche Abhängigkeiten kann die automatische Prüfung heute nur begrenzt abbilden. Hier besteht Optimierungsbedarf. Es zeigt auch, dass die fachliche Prüfung weiterhin nötig bleibt.
So sieht es im Einsatz aus
Ihr Elementplan: prüfbar statt in Excel?
Melden Sie sich bei mir. Wir schauen gemeinsam, wo Ihre Anforderungen heute stehen und was sich davon automatisch prüfen lässt.
Simon Dilhas · simon.dilhas@abstract.build · +41 61 563 10 85